Nach den Begrüßungsworten von Kaufmännischem Direktor Dipl.KH-BW Andreas Mikl sprach Vorständin Dr. Elisabeth Bräutigam über die Bedeutung moderner psychiatrischer Versorgung. NÖ Landtagsabgeordneter Bernhard Heinreichsberger, in Vertretung der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, betonte in seiner Festrede, dass psychische Belastungen ebenso ernst genommen werden müssten wie körperliche Erkrankungen. Die zunehmende gesellschaftliche Sensibilisierung und die Weiterentwicklung psychiatrischer Angebote würden dabei Hoffnung geben. Anschließend stellte Prim. Univ. Prof. PD Dr. Martin Aigner gemeinsam mit seinem multiprofessionellen Team die neue Tagesklinik-A und deren therapeutisches Konzept vor.
Mit der Erweiterung wurde die Kapazität der psychiatrischen Tagesklinik nahezu verdoppelt – künftig stehen insgesamt 25 Tagesklinikplätze zur Verfügung. Ziel ist es, Menschen in psychischen Krisensituationen frühzeitig, individuell und alltagsnah zu unterstützen sowie Behandlungsübergänge zwischen Akutversorgung, Psychotherapie und Rehabilitation nachhaltig zu verbessern. Die Tagesklinik-A richtet sich insbesondere an Patientinnen und Patienten, die erstmals therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen, sich noch keinen längeren stationären Aufenthalt zutrauen oder Schwierigkeiten haben, eine stabile Tagesstruktur aufrechtzuerhalten. In einem niederschwelligen Setting werden Therapieziele entwickelt, Stabilität aufgebaut und erste Erfahrungen mit therapeutischen Angeboten ermöglicht.
„Gerade bei seelischen Belastungen gerät das Leben oft aus dem Takt. Die Tagesklinik gibt den Patientinnen und Patienten wieder Struktur, Verlässlichkeit und Halt im Alltag. Ziel ist es, frühzeitig Unterstützung anzubieten – bevor Belastungen chronisch werden“, erklärte Prim. Univ. Prof. PD Dr. Martin Aigner im Rahmen seines Eröffnungsvortrages.
Betreut werden die Patientinnen und Patienten von einem multiprofessionellen Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflege, Psychologie, Psychotherapie, Ergo-, Musik- und Physiotherapie sowie Sozialarbeit. Neben gruppentherapeutischen Angeboten stehen individuelle Begleitung und die enge Unterstützung im Alltag im Mittelpunkt. „Mit der erweiterten Tagesklinik setzen wir ein wichtiges Zeichen für eine moderne, patientenorientierte psychiatrische Versorgung. Psychische Gesundheit braucht niederschwellige, qualitätsvolle und gut vernetzte Angebote – genau hier setzt dieses Konzept an“, betonte Dr. Elisabeth Bräutigam.
Ergänzend wird am Standort Tulln auch die Transitionspsychiatrie durch ein eigenes Forschungszentrum wissenschaftlich begleitet und kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei steht insbesondere der Übergang von der Kinder- und Jugendpsychiatrie in die Erwachsenenpsychiatrie beziehungsweise weiterführende psychotherapeutische Angebote im Fokus. Durch die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachbereiche soll gerade in dieser sensiblen Lebensphase eine möglichst stabile und durchgängige Betreuung gewährleistet werden.
Mit der Eröffnung der erweiterten Tagesklinik wird das psychiatrische Angebot am Universitätsklinikum Tulln gezielt ausgebaut und ein weiterer wichtiger Schritt für eine bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Versorgung gesetzt.
BILDTEXT (1) v.l.n.r. KD Dipl.KH-BW Andreas Mikl, OÄ Dr. Stefanie Trulp, NÖ Landtagsabgeordneter Bernhard Heinreichsberger, Univ.-Prof. PD Dr. Martin Aigner, Mag. jur. Dr. med. Elisabeth Bräutigam, PD Cornelia Palmetzhofer, MSc, GF DI Franz Laback
BILDTEXT (2) OÄ Dr. Elke Poleczek und Dr. Elena Schönthaler, MSc präsentierten die Therapieangebote.
BILDTEXT (3) Univ.-Prof. PD Dr. Martin Aigner
BILDTEXT (4) Das therapeutische Team stellte Besucherinnen und Besuchern sowie den Festgästen die neue Tagesklinik-A und ihr vielfältiges Therapieangebot vor.
Fotocredit: Robert Herbst
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