Lina & Tanja – Acht Pfoten unterstützen bei Psychotherapien

TULLN – Bereits seit einigen Jahren hat sich der Einsatz der beiden flauschigen „Co-Therapeuten“ – wie sie liebevoll genannt werden – bewährt. Vor allem bei unsicheren, ängstlichen, aber auch bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen helfen die Hunde beim Beziehungsaufbau. Kinder und Jugendliche mit Bindungsproblematiken haben weniger Schwierigkeiten und Ängste, Kontakt aufzunehmen, wenn ein Hund anwesend ist.

Die Idee einen Therapiehund in ihrem Therapiealltag zu integrieren hatte Mag. Katharina Mares-Schrank (Psychotherapeutin, Sonder- und Heilpädagogin auf der Kinder- und Jugendpsychotherapie und Psychotherapie des Universitätsklinikum Tulln) bereits 2015, als eine kleine Samojedendame in ihre Familie einzog. Die schneeweiße Tanja konnte bereits im Welpenalter an ihre Aufgaben an der Kinderpsychiatrie gewöhnt werden und wurde somit von Beginn an in der KJPP wie in einer zweiten Familie sozialisiert.

Parallel zu dieser Sozialisation startete die Therapiehundeausbildung, bei der sowohl der Hund, als auch Mag. Mares-Schrank als Hundebesitzerin zunehmend zu einem „therapeutischen Team“ wurden. 2018 bereicherte dann Huskydame Lina das Team und teilt sich seither mit Tanja die Arbeitswoche.

Beide Hunde wurden fixer Bestandteil der Abteilung, begleiten regelmäßig Kinder und Jugendliche durch ihren stationären Aufenthalt, sowohl innerhalb psychotherapeutischer Prozesse, als auch im Alltag. Es finden Gruppeneinheiten (im Therapiegarten und an der Abteilung) statt, in denen die Beziehung und Auseinandersetzung mit dem Hund, sowie der eigene Umgang mit dem Hund im Mittelpunkt stehen.

In den Psychotherapien fällt auf, dass beide Hunde als Unterstützung dienen, Kontakt zu Menschen und zur Therapeutin aufzunehmen. Vor allem bei unsicheren, ängstlichen, aber auch bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen helfen die Hunde beim Beziehungsaufbau. Kinder und Jugendliche mit Bindungsproblematiken haben weniger Schwierigkeiten und Ängste, Kontakt aufzunehmen, wenn ein Hund anwesend ist. Dadurch ist ein Einsteigen in einen therapeutischen Prozess mit den Kindern und Jugendlichen leichter, rascher und stabiler möglich.

Gerade in der aktuellen Situation sind beide Hunde auch Ausgleich zu reduzierten körperlichen Kontakten und Besuchen. Während dem ersten „Lockdown“ hat ein Projekt mit Lina Spaß und Motivation gebracht: Ihr bisher beliebter Trick „Nase“ (Lina stupst mit ihrer Nase vorsichtig auf die Nase der Kinder) wurde umtrainiert zu „Maske“ (Lina stupst vorsichtig auf die Maske), daraus wurde sogar ein Videoprojekt mit der Gruppe gelb. Dieses Projekt hat einigen Kindern die zu diesem Zeitpunkt bestehende, schwierige Situation der Besuchseinschränkung erleichtert.

Und auch bei Ambulanzkontakten haben Tanja und Lina, die meist frech aus dem Therapieraum „gucken“, schon einigen Eltern und Kindern, die in herausfordernden Situationen die Unterstützung der Abteilung suchten, ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.