Ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt

TULLN – Unter dem Motto „hinschauen statt wegschauen“ widmet sich die Opferschutzgruppe des Universitätsklinikums Tulln das ganze Jahr über volljährigen Opfern von Gewalt, die Schutz und Unterstützung im Krankenhauskontext suchen. Gewalt kann dabei viele Gesichter annehmen – sei es sexualisierte Gewalt in Form sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigung oder psychischer Gewalt, die sich in Drohungen, Beschimpfungen oder Entwertungen im häuslichen und familiären Umfeld zeigt. Auch körperliche Gewalt als Schläge, Misshandlungen und Folter oder Gewalt gegen pflegebedürftige Personen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen zeigen kann gilt es frühzeitig zu erkennen und rasch darauf zu reagieren. Für minderjährige Opfer von Gewalt ist im Klinikum die Kinderschutzgruppe auf ähnliche Weise zuständig.

Gewalt gilt als häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen, mehr als Verkehrsunfälle und Krebs zusammen und wurde von der WHO als größte gesundheitliche Bedrohung für Frauen eingestuft. So geht man davon aus, dass jede fünfte Frau zumindest einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt wird. Neben Frauen als Opfer von Gewalt gibt es auch Männer, die Opfer werden – ein von einem noch größeren Tabu behafteter Bereich.

Zwischen dem 25. November (Internationaler Gedenktag für alle Frauen und Mädchen die Opfer von Gewalt wurden) und dem 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) liegen die „16 Tage gegen Gewalt“, eine internationale Aktion, die mit unterschiedlichen Aktionen und Kampagnen Zeichen gegen Gewalt setzen und für dieses Thema sensibilisieren möchte.

Das Universitätsklinikum Tulln beteiligt sich in diesem Aktionszeitraum an der Aktion „Orange the World“ – ein Teil des Klinikums wird in den Abend- und Nachtstunden wie viele andere Gebäude weltweit in Orange erstrahlen. Dies soll ein sichtbares Zeichen der Ablehnung jeglicher Gewalt symbolisieren. Gleichzeitig möchten die Mitglieder der Opferschutzgruppe unter der Leitung von OA Dr. Herbert Huscsava und Mag. Viktoria Wentseis daran erinnern, dass auch in der aktuellen Coronapandemie, das Krankenhaus weiterhin Anlaufstelle für Opfer von jeglicher Art von Gewalt ist. Bereits im ersten Lockdown wurde die zunehmende Belastung im familiären Bereich spürbar. Die Zahl der ausgesprochenen Betretungsverbote durch Polizei ist um knapp 20% zu den Vormonaten gestiegen, die Zahl der Anrufe bei Frauenhelplines im gleichen Zeitraum um 40%. Homeschooling, Homeoffice oder Arbeitslosigkeit, Zusammenleben in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen stellen für viele Familien eine große Herausforderung dar und bieten Nährboden für Konflikte. Unterstützung im Sinne einer Deeskalation oder aber auch zur Klärung einer bereits eskalierten Situation gibt es viele.

 

Hier einige Möglichkeiten:    

Frauenhelpline 0800 222 555                                             Männerberatung 01 603 2828

Gewaltschutzzentrum St. Pölten 02742 31966                 Polizei 133

HelpCh@t unter www.haltdergewalt.at

Unter www.hinschauenstattwegschauen.at finden sich weitere Informationen zur Tätigkeit und zu Projekten der Opferschutzgruppe des Universitätsklinikums Tulln. Diese ist auch unter opferschutz@tulln.lknoe.at sowie von Mo-Fr unter 02272/9004-22734 von 9 – 12.30 Uhr erreichbar.

 

Medienkontakt:
Universitätsklinikum Tulln
Viola Hirschbeck
Pressekoordinatorin
Tel.: +43 (0) 2272 / 9004 – 23013
E-Mail: presse@tulln.lknoe.at