Schnelle Hilfe bei Schlaganfällen

TULLN – Die Radiologie im Universitätsklinikum Tulln bietet mit seiner Expertise bereits seit 12 Jahren rund um die Uhr die bestmögliche Diagnostik des Schlaganfalls mittels Magnetresonanztomographie (MRT).

Bei Verschluss eines großen, das Gehirn versorgenden, Gefäßes, droht ein schwerer Schlaganfall durch eine Mangelversorgung des Gehirns mit Blut und Sauerstoff. Ein solcher Gefäßverschluss ist oft mit weitreichenden Konsequenzen, wie einer vollständigen Abhängigkeit bei Alltagstätigkeiten, Pflegefall oder dem Tod verbunden. Daher muss so schnell wie möglich die Durchblutung der betroffenen Hirnregion wiederhergestellt werden. Dies kann mit einer medikamentösen Thrombusauflösung oder durch mechanische Entfernung des Thrombus mit einem Gefäßkathetereingriff (Thrombektomie) erfolgen. Das interventionell neuroradiologische Team des Universitätsklinikum Tulln wendet diese Technik nun seit 2012 an und konnte im Jahr 2020 insgesamt 118-mal im Gehirn bzw. in dessen versorgenden Gefäßen Rekanalisationen durchführen, wobei davon 78 Eingriffe akut, während der Nachtstunden stattfanden. Dabei wird – über die Leistenarterie – ein Katheter bis zum betroffenen Gehirngefäß geführt. Im Anschluss wird an der erkrankten Stelle ein feines Netz ausgefahren, das die Thrombusreste einfängt, die dann abgesaugt werden können.

„Die hohe Eingriffsfrequenz wird laufend für die Ausbildung weiterer hoch motivierter Interventionalisten genutzt, um das bestehende Ärzteteam weiter zu auszubauen und so die Versorgung im Land Niederösterreich hinsichtlich der Schlaganfallversorgung weiterhin sicherzustellen,“ freut sich LH-Stv. Pernkopf über das Engagement und die Professionalität des neuroradiologischen Teams im UK Tulln.

Bedingt durch eine der höchsten MR-Untersuchungsfrequenzen Niederösterreichs besteht hier ebenfalls, wie bei der rekanalisierenden Neurointervention, eine besonders hohe Expertise, welche auch durch internationale Publikationen laufend belegt wird.

„Dass das Universitätsklinikum Tulln mittlerweile ein absolutes 'high-volume centre' bei rekanalisierenden neurointerventionellen Eingriffen am Gehirn ist, verdanken wir insbesondere auch der hohen Einsatzbereitschaft des Angiographieteams.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen mit ihrer Expertise zur Verfügung, um Patienten mit akutem Schlaganfall zu versorgen und damit drohende Schwerstfolgen für den Rest ihres Lebens zu verhindern. Es war und ist mir eine Ehre mit solchen MitarbeiterInnen Dienste versehen zu dürfen.“, so Abteilungsvorstand Univ. Prof. Dr. Christian Nasel MSc PhD.

„Umgekehrt, sind wir aber nun aufgefordert, bereits jetzt die nächste Generation von Spezialisten auszubilden und sie zu motivieren, an der Dienstabdeckung in unserem Gesundheitssystem was die Schlaganfallversorgung betrifft mit dem gleichen Einsatz und Eifer mitzuarbeiten. Da die Ausbildung zum selbstständigen Arbeiten in der Neurointervention mehrere Jahre dauert und viel Erfahrung verlangt, kann damit gar nicht früh genug begonnen werden.“

 

   

BILDTEXT 1

Die färbigen Bilder stellen eine Gehirndurchblutungsmessung im MRT während der Akutphase eines ischämischen Schlaganfalls und nach Thrombektomie dar.

Die grauen Areale entsprechen einer kritischen (= gefährlichen) Minderdurchblutung des Gehirns (in diesem Fall entspricht dies der linken Großhirnhemisphere). Gelbe bis rote Areale mit warmen Farben markieren eine regelrechte Gehirndurchblutung. In kritisch perfundierten Arealen kommt es in über 80% der Fälle zu einem Absterben des Gehirngewebes, weswegen eine rasche Reperfusion erforderlich ist, um einen dauerhaften Schaden abzuwenden (eben eine Thrombektomie ist notwendig).

BILDTEXT 2

Auf diesem Bild ist eine MR-Angiographie zu sehen, die den Gefäßverschluss zeigt. Vor dem Eingriff fehlt die Darstellung des danach wieder eröffneten Gefäßes.

BILDTEXT 3

Ein Teil des Radiologie-Teams im Universitätsklinikum Tulln.
Links: Abteilungsvorstand Univ. Prof. Dr. Christian Nasel MSc PhD,
8.vl.: Bereichsleitung medizinisch technische Dienste Heinz Preiß.

 

Medienkontakt:

Universitätsklinikum Tulln
Viola Hirschbeck
Tel.: +43 (0) 2272 / 9004 – 23013
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